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Heft 12
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Dezember 2017
68. Jahrgang

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Seite: Web-Artikel
Datum: 13.12.2017
Link: http://www./cs/index.pl?navid=Schwarzes_Brett_1129

Web-Artikel

 
 
 
 
 
 

23.11.2010 | Wegwerfpflanze Weihnachtsstern? | Beirat

Rüdiger Baumgärtrner
Weihnachtsstern
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Die Gattung der Euphorbien (Wolfsmilchgewächse) umfasst ca. 2000 Arten Sträucher, Stauden, einjähriger Pflanzen und kaktusähnlicher Sukkulenten und ist damit eine der umfangreichsten Gattungen im Pflanzenreich. Das Hauptverbreitungsgebiet sind die Tropen und Subtropen.
Man findet sie aber auch in den gemäßigten Zonen, ja sogar im heimischen Garten halten es einige Arten aus. Ein paar Arten sind so weit verbreitet, dass man sie inzwischen als völlig normale Zimmerpflanzen betrachtet. Man denke nur an den Christusdorn (Euphorbia milii), diesen langsam wachsenden Strauch aus Madagaskar.
Gerade in den kommenden Wochen hat eine andere Euphorbia Hochsaison: Euphorbia pulcherrima, der Weihnachtsstern. Palettenweise steht er in den Blumengeschäften und Gärtnereien und bietet mit seinen knallroten, rosa oder cremefarbenen Hochblättern einen prächtigen Anblick. Bei den meisten Blumenfreunden, die sich nicht näher mit sukkulenten Pflanzen beschäftigen, herrscht die irrige Meinung vor, der Weihnachtsstern trage so auffällige Blüten. In Wirklichkeit ist der Blütenstand der Euphorbien klein und unscheinbar, das Auffällige sind hier die bunten Hochblätter (Brakteen), die die eigentliche Blüte umgeben. Sie haben den Weihnachtsstern neben dem Christbaum zu dem pflanzlichen Symbol für die Festtage gemacht.

Aktuell wird das Marktpotenzial an Weihnachtssternen in Deutschland auf etwa 40 Mio. Stück pro Jahr geschätzt, der Pro-Kopf-Bedarf liegt also bei etwa einer halben Pflanze pro Einwohner. Durch neue Sorten und Farben wird versucht, den Verkauf weiter zu steigern, um Länder wie z. B. Finnland zu erreichen, wo der Pro-Kopf-Bedarf doppelt so hoch ist.

Dabei ist es überhaupt nicht notwendig, sich nach dem Abwerfen der farbigen Hochblätter von der Pflanze zu trennen. Man kann den Weihnachtsstern nach einem kräftigen Rückschnitt problemlos über den Sommer bringen, wenn man dafür sorgt, dass er ständig im Wachstum bleibt. Zu lange Triebe kann man unbesorgt kürzen, sollte aber spätestens Ende Juli damit aufhören, da die jetzt folgenden Austriebe später die Blüten und Hochblätter tragen.
Die Phase, die jetzt folgt, ist dafür entscheidend, ob die Euphorbia farbige Blätter ausbildet oder nicht. Sie richtet sich dabei ganz nach dem Rhythmus, den die Natur ihr vorgibt. In ihrer Heimat Mexiko und dem tropischen Mittelamerika blüht Euphorbia pulcherrima nicht in der Hitze des Sommers, sondern erst, wenn die Tage kürzer werden. Sie ist eine so genannte „Kurztagspflanze“, die erst dann ihre Knospen bildet und die Brakteen einfärbt, wenn die Lichteinwirkung auf eine bestimmte Dauer reduziert ist. Das nützen die Anzuchtbetriebe aus, halten die Pflanzen in künstlicher Dunkelheit und bringen sie so zur exakt berechneten Absatzzeit „blühend“ in den Handel.
Genau das muss der Pfleger nachvollziehen. Normalerweise herrschen bei uns im Okt./Nov. diese Kurztagsverhältnisse, die eine Induktion, also einen Übergang von der Wachstumsphase in die Blühphase ermöglichen. Die Pflanze ist aber in dieser Zeit so sensibel, dass schon die Zimmerbeleuchtung oder eine Straßenlaterne vor dem Fenster diese Induktion verhindern. Man muss also den Weihnachtsstern in einen absolut dunklen Raum stellen, in einen Schrank sperren oder ihn mit einer lichtundurchlässigen Hülle bedecken. Tiefere Temperaturen sind dabei durchaus willkommen. Diese Verdunklung sollte pro 24 Stunden mindestens 14 Stunden betragen, was also keinesfalls mehr als 10 Std. Licht bedeutet. Die Mindestdauer dieser Kurztagsphase ist 30 Tage. Noch sicherer ist der Erfolg, wenn man den Wechsel von 10 Std. Licht und 14 Std. absoluter Dunkelheit so lange fortsetzt, bis die Knospen deutlich sichtbar sind.
In der Pflege sind alle Weihnachtssterne gleich. Sie bevorzugen lockere, humose Blumenerde und einen hellen Standort im Zimmer. Nicht geeignet ist das Fensterbrett über einem Heizkörper, wo die dauernd aufsteigende Warmluft die Blätter oft schnell welken lässt. Ideal sind Temperaturen um die 20 °C und eine gleichmäßige Feuchtigkeit im Wurzelbereich. Bei Beachtung dieser wenigen Regeln ist  der Weihnachtsstern alles andere als eine alljährliche Wegwerf-Pflanze und erfreut uns mehrere Wochen lang mit seinen prächtigen „Blüten“.

 

Rüdiger Baumgärtner
Beirat

 
 
 
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09.12.2017
Stenocereus eruca
Liebe Vereinsfreunde, ich bin auf der suche nach Stenocereus eruca (kriechender Teufel) Kann jemand eine Pflanze abgeben oder weiß Bezugsquellen? Danke! W.S.

 
 
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